Christine Schwan-Lang | Familienraum-Augenblicke, Stauchenstraße 7, 74078 Heilbronn | info@familienraum-augenblicke.de  ||

Tragen

 

Die Vielfalt der Tragemöglichkeiten ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden. 

Es gibt fast für jeden Geschmack modische Tragetücher oder Tragehilfen.

Tragen ist modisch, praktisch und logisch.

Doch ist das alles?

 

 

 

Tragen ist viel mehr!

 

Die Säugetiere sind eine Klasse der Wirbeltiere und wir Menschen gehören zu den Säugetieren. 

Man unterscheidet die Säugetiere in Nesthocker, dazu gehören Hunde, Katzen .... In Nestflüchter, 

dazu gehören Pferde, Kühe ..., und die Traglinge, dazu gehören  Affen, Kängurus, ... und wir Menschen.

 

Das besondere Merkmal der Traglinge ist die Unreife mit der sie geboren werden. Traglinge können sich noch nicht aus eigener Kraft von der Mutter entfernen oder ihr folgen. Obwohl sie schon von Geburt an in der Lage sich selbst am Körper der Mutter festzuhalten ist ein Überleben ohne eine beschützende und ernährende Kontaktperson nicht möglich. Entfernt sich die schützende und nährende Mutter von ihrem Baby, reagiert ihr Kind mit Weinen auf die Situation des Verlassenseins. Es ruft die Mutter herbei, um sich wieder beschützt und sicher zu fühlen.  

Dieses Weinen nennt man Kontaktweinen. Der Greifreflex der Hände, der Klammerreflex der Beine und der Schreckreflex aller Gliedmaßen, der runde Rücken zeigen uns noch heute, dass unsere Babys Traglinge waren und noch immer sind.

Der körperliche Kontakt gibt unseren Babys das Gefühl von Nähe, Sicherheit, Geborgenheit, Vertrauen, Halt und den Zugang zu Nahrung.

Traglinge sind Teil des alltäglichen Lebens. Sie werden bewegt wie im Mutterleib, sie werden gewärmt wie im Mutterleib, sie spüren die körperliche Begrenzung wie im Mutterleib. Durch diese Erfahrungen können sie sich tief entspannen und  sind deutlich aufnahmefähiger und lernfähiger als gestresste Babys. Alle Sinne, wie Fühlen, Hören, Riechen, Sehen, Gleichgewicht, Geschmack werden durch das Tragen dauerhaft trainiert.  

Das getragene Baby kann sich in geschützter Umgebung langsam mit seiner Umwelt vertraut machen. Es kann sich von den vielen neuen Eindrücken zurückziehen und schlafen, wann immer es möchte. 

Getragen zu werden fördert die gesunde körperliche, geistige und seelische Entwicklung unserer Kinder und hilft ihnen sich zu einem selbstsicheren und selbstbewussten Erwachsenen zu entwickeln.

 

Doch nicht nur das getragene Baby profitiert vom Tragen. Auch die Bezugspersonen erleben eine größere Nähe und Sicherheit im Umgang mit ihrem Baby. Denn ein entspanntes und zufriedenes Baby hilft den Eltern leichter mit der neuen Situation zurechtzukommen. Und das bedeutet je geringer der erlebte Stress der Eltern ist, desto feinfühliger, empathischer und wahrnehmender werden die Eltern ihrem Baby gegenüber.  Eine tiefe und gesunde Bindung  wird gefördert.

Das Baby kann mit dem Leben der Eltern geschützt in Kontakt kommen, sodass die Eltern ihren Alltag wieder mit dem Baby leichter aufnehmen können.